Keine Zeit zu denken

Frida hält uns ganz schön auf Trab. Auf angenehme Art und Weise… sie vertreibt damit momentan auch die vielen Denkirrwege in meinem Kopf, die oft für trübe Stimmung sorgen.

Bald beginnen die Sommerferien, danach wird auch der Arbeitsstress ein anderer – ein anderer Arbeitsplatz und andere Kollegen. Neuanfänge auf allen Kanälen. Ich bin gespannt. Gespannt auf die Zukunft. Das klingt ein wenig bombastisch und ein bisschen „drüber“, aber es stimmt tatsächlich. Hach, aufregend alles!

Wie geht es Ihnen heute?

Die Zeit fragt ihre Leser jeden Tag, wie es ihnen geht. Man kann dann gut oder schlecht anklicken und sich anschließend ein zur eigenen Gemütslage zutreffendes Adjektiv ausdenken. Hier sind die Leute sehr kreativ: Über merkelgenervt bis allesgeschafftmüde kann man die Befindlichkeiten lesen. Manchmal bin ich überrascht, was als „mir-geht`s-gut-Adjektiv“ angesehen wird. Ich lese diese Rubrik sehr gerne und freue mich darüber, dass es vielen Leuten gut geht. Manchmal allerdings lese ich auch nur rote, also schlechte Adjektive. Ich selber habe wochenlang schlechte Adjektive kreiert. Allein die Frage: Wie geht es mir heute? Was heißt schon gut? Es regnet keinen goldenen Flitter auf mich, ich gewinne nie, nie, nie im Lotto…

Aber: Es geht mir doch auch nicht schlecht. Ich habe eine tolle Familie, einen Job, der mir Spaß macht und jetzt noch Frida! Zufriedenheit – ein Wort, dass nicht nach „Mega“ klingt, sondern nach Durchschnitt. Dabei ist es doch ein super Gefühl, zufrieden zu sein.

Menschen ….

Pfingsten – Zeit zum Lesen, Zeit für Ruhe. Ich lese diverse Zeitungen online, immer morgens einmal quer durchs Internet. BBC news, Zeit, SZ, Spiegel, Hamburger Abendblatt… und ich wundere mich über die Menschen.

Frauen – Fußball-WM – die Schlagzeilen dazu sind unglaublich. „Hinternwackeln, die Hübschesten, Pferdeschwänze statt Eier“… über all das wird sinniert. Es sind Zitate, sollen vielleicht Provokationen sein, Werbung, was weiß ich. Aber wo bleibt der Bezug zum Sportlichen? All das kommt erst viel später in den Artikeln. Das nervt. Ich bin überhaupt kein Frauenfußballfan, aber mich kotzt an, dass das Frausein immer zuerst thematisiert werden muss, es klingt immer wie eine Entschuldigung: Sorry, sind zwar Frauen, aber trotzdem können sie Fußball spielen. Sorry, sind zwar Frauen, aber dennoch können sie ganz gute Arbeit leisten. Kein Wunder, dass meine Autokorrektur gerade aus Frausein Grausein macht.

Und dann lese ich über zwei Frauen in London, die in einem Bus geschlagen wurden, weil sie sich vor männlichen Fahrgästen küssen sollten. Das ist doch alles nicht mehr normal.

I don't think there's anything more important than making peace 
before it's too late. (Jane Fonda)

Und Frida? Der geht`s super.

Alleine bleiben

Gaaaanz schwierige Sache für einen kleinen Hund, der bereits 2x umziehen musste. Da weint man gar sehr, wenn jemand das Rudel verlässt. Und leider muss ich das Rudel täglich verlassen, um meiner Arbeit nachzugehen. Immerhin ist Frida nicht ganz alleine, so können wir das „Zurückbleiben“ noch ein wenig trainieren.

Diese vielen freien Tage verhindern einen Arbeitsrhythmus und verbreiten Urlaubsstimmung. Jeden Tag fällt es mir schwerer, mich morgens auf den Weg zu machen. Diese Zeit vor den Ferien ist für alle anstrengend, aufgeregte Schüler und Schülerinnen, nervenkostümarme Lehrkräfte… aber nüdschanix.

Frida macht es richtig

Jane wird Frida

Am 30.5.2019 fahren wir in den Norden von Hamburg, um uns Jane Fonda anzuschauen. Ein Parson Russell -Welpe, 4 1/2 Monate alt. Noch im Auto beteuern wir uns gegenseitig, dass wir nur gucken wollen, wir entscheiden in Ruhe. Und natürlich hat die Züchterin das letzte Wort. Und überhaupt, wir sind ja gar nicht vorbereitet…. keine Leine, kein Futter, kein Körbchen…

Und dann sind wir da und sie rast auf uns zu, die quirlige, kleine Jane Fonda und wir sind erledigt – und unsere Beteuerungen gleich mit. Nach langen Gesprächen mit der tollen Züchterfamilie, nach einem Spaziergang und tausenden „Hach, ist die süß“ fällt die Entscheidung – wir nehmen sie gleich mit.

Die Züchterin stattet uns perfekt aus, mit allem, was man für ein Leben mit Hund braucht. Das Buch über Parson und Jack Russell aus dem Gräfe & Unzer Verlag, das sie uns mitgibt, hat sie selbst geschrieben. Sehr hilfreiche Tipps, auch wenn man, wie wir, bereits Jack Russell – und hundeerfahren ist. (Es gibt keinen amazon-link. Please support your local bookshop!)

Wir kommen zu Hause an und alles passt. Sie ist aufgeregt und zappelig – genau wie wir.

Aber mit dem Namen hadern wir. Jane Fonda – ich denke an Aerobic, aber sie ist auch Oscar-Preisträgerin, Friedensaktivistin, war mal ein Sexsymbol (naja, das ist eher kein Kriterium). Aber als Hunderufnamen finden wir das doch unpraktisch. Frida, die Friedliche, wie Frida Kahlo, auch eine tolle Frau, die ihre Tiere liebte, Frida – das passt!

Jane Fonda wird Frida!

Jane Fonda ist da

Ein bisschen Theatralik gleich zu Beginn? Mit Jane Fonda beginnt ein neuer Lebensabschnitt. 2018 war scheiße. So viele Knüppel, wie das Jahr mir zwischen die Füße geworfen hat, kann man kaum überspringen, umgehen, ignorieren…

Kinder aus dem Haus, Hund tot, Beruf von ständigen Querelen begleitet – das waren eher die kleineren Knüppel. Und wenn das aktuelle Lieblingslied sich dann nur auf die Zeilen „Aufstehen, Atmen, Anziehen und Hingehen. Zurückkommen, Essen und Einsehen zum Schluss – dass man weitermachen muss.“ reduziert- dann wird einem doch klar, dass nun Zeit für Veränderung ist.

Diese Veränderung heißt Jane Fonda und kam aus einer tollen Familie Hals über Kopf zu uns.